Kann ich VERZEIHEN?


Wenn ich von jemandem verletzt wurde, ist meine erste Emotion die Wut. Meine entsprechende Reaktion ist eine Befriedigung für mich zu suchen, z.B. den Partner verlassen, sich rächen, das Gleiche tun. 

Egal wie ich mich verhalte, welchen Weg ich wähle, VERZEIHEN hat mit Eigenverantwortung zu tun. VERZEIHEN ist MEINE Entscheidung - ich mache das für MICH als ein Geschenk, ein Gefallen.

Ich verzeihe für mich und in meinem Inneren. Es braucht nicht verbalisiert zu werden. Ich mache es für mich um den durch meine negativen Emotionen entstandenen latenten Stress abzubauen und  meinen Körper und Seele nicht zu schaden.

Ich tue es für mich, nicht für den Partner.

Kann ich mir meine eigenen Fehler verzeihen? Wenn ja, lerne ich aus meinen Fehlern? Wenn nein, soll ich mich mehr lieben und schätzen lernen.

Wenn ich verzeihe, ob sich oder anderen, begrüße ich das Verhalten? Die Antwort ist selbstverständlich: „ Nein“.

Als Kind lernt man für die Fehler bestraft zu werden. Deshalb bekommen wir Angst, dass falls wir verzeihen, tut der Partner es nochmals. Unser Verzeihen ist keine emotionale Erleichterung für den Partner, er soll sich mit seinen Schuldgefühlen selber auseinander setzen. VERZEICHEN heißt nicht die Fehler gutheißen, sondern akzeptieren, dass es ein FEHLER war und wir alle nur Menschen sind mit unseren FEHLERN.

Ich räume auch mir damit die Möglichkeit einen Fehler zu machen und befreie mich von altem Muster aus Kindheit.

Als Unterschied zum Anerkennen, Bejahen vom fehlerhaften Verhalten bedeutet VERZEIHEN einfach LOSLASSEN.

Loslassen fällt uns schwer wegen einigen Ansichten:

-          Nichts Besseres verdient zu haben

-          Beim Verzeihen sich selbst aufgeben. Es passiert aber das Gegenteil. Man tut es für  sich, gewinnt sich.

LOSLASSEN ist:

-          Fallen lassen ohne zu hinterfragen

-          Akzeptieren, dass etwas meinen Vorstellungen, Wünschen widerspricht

-          Gestehen, dass einiges nicht immer wie geplant läuft, dass es  „Ausrutscher“ gibt  

(Kontrolle übers Lebensgeschehen aufgeben)

-          Kein Versagen, Kapitulieren oder Gutheißen

-          Zugeben, dass ich nur meine Gefühle beeinflussen kann und nicht von anderen

Wie lasse ich los:

-          Ich bin stark genug und habe es verdient, dass es mir gut geht

-          Ich bestimme meine Gefühle indem ich meine Gedanken kontrolliere

-          Ich unterbreche die kreisenden Gedanken mit: „Ich bin bereit loszulassen!“ oder ähnlichem Satz

-          Ich mache eine Gewinn-Verlust-Rechnung: was passiert, wenn ich loslasse und wenn nicht

 -         Ich beantworte mir die Frage: „Ist meine Angst loszulassen realistisch?“ und halte diese Antwort fest  


WICHTIG zu wissen:

Beim Loslassen fühlen Sie sich zuerst schlecht, weil Sie auf die gewöhnten Gedanken verzichten und es eine Lücke entsteht, die noch gefüllt werden soll.

Wenn Sie in der ersten Zeit ein Gefühl haben, dass Sie sich anlügen, geben Sie nicht auf!  Mit der Zeit passen sich Ihre Gefühle Ihren neuen Gedanken an.

Langfristig gewinnen Sie bestimmt an Zufriedenheit und Energie!