Zweierbeziehung und/oder Selbstliebe?

  

Schließt eine die andere aus? Wie meinen Sie?

Hier biete ich eine Aufgabe, liebe Besucher/-innen meiner Seite, die Sie selbständig lösen können, um die Frage für sich zu beantworten.

Schreiben Sie Ihrem Liebling (egal ob er/sie real existiert oder nicht) einen Brief. Sie brauchen nicht den Brief abzuschicken. In diesem Brief beantworten ausführlich eine Frage: Wie soll man mich lieben?  (Sie wollen geliebt werden, aber wie? Was für ideale Liebesqualität erwarten Sie von ihm/ihr? Wie soll er/sie diese Qualität belegen? Welche Aktivitäten unternehmen? Usw. )

Hier nur einige Beispiele:

-        Aufmerksamkeiten (Geschenke, gemeinsam Zeit verbringen, Spazieren gehen…)

-        mich in allen Stimmungslagen annehmen (traurig, ärgerlich, wütend)

-        mich von Gefahren und Aufregungen schützen, mit mir darüber reden

-        an meine Bedürfnisse denken und diese befriedigen

-        mich als schönste Frau/attraktivsten Mann wahrnehmen

-        sich für mich einsetzen, mich bewundern, Zärtlichkeiten sagen

-        Stolz auf mich sein

-        Usw.

Bitte eigene Antworten überlegen. Versuchen aufzuzählen, was genau erwarten Sie von Ihrem Liebling:



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Fertig?

Jetzt Ihre Antworten durchlesen und ehrlich in sich hineinschauen, ob Sie selber die Liebe in dieser Qualität anbieten können?

Dieser Brief ist eine Anleitung für Sie zum Thema „Wie soll ich mich lieben“. 

Sie fragen wahrscheinlich: „Wofür brauche ich einen Partner, wenn ich mich selber lieben kann?“   


Es ist so, dass wir genau diejenigen Erwartungen an den Partner haben, die unsere eigenen Ausfälle kompensieren. Der Partner kann Ihnen aber nur eine Gefühlsqualität bieten, die Sie Ihnen selber geben können. Er/Sie kann Sie lieben und annehmen, nur wenn Sie sich selber lieben und annehmen.  

Versuchen zu analysieren, was genau erwarten Sie von Ihrem Partner. Z.B. wenn Sie wollen, dass Ihr Partner mehr Zeit mit Ihnen verbringt, erforschen, wieviel Zeit in einer Woche Sie sich selber real widmen. Wenn Sie wollen, dass Ihr Partner Ihnen öfter hilft, untersuchen, wieviel Zeit in einer Woche Sie sich mit Ihren Anliegen beschäftigen. 

Eine gelungene Zweierbeziehung soll nicht auf irrealen Erwartungen an den Partner und Kompensation der beiderseitigen Defizite basieren, sondern auf der relativen Akzeptanz und bedingungslosen Liebe. Sie soll für beide eine Chance zum freien Entfalten seiner Persönlichkeit sein.